
NIS2: Interner Nachweis vs. externer Nachweis
Die meisten Organisationen konzentrieren sich auf interne Kontrollen. NIS2 hebt die Messlatte an und erwartet Nachweise sowohl für die eigene Sicherheitslage als auch für das Ökosystem, in dem man operiert.
NIS2 schafft eine grundlegend andere Erwartung an Nachweise.
Die Richtlinie unterteilt Ihre Pflichten in zwei parallele Ebenen:
Interner Nachweis — der Beleg, dass Ihre eigenen Kontrollen, Richtlinien und Prozesse implementiert, überwacht und wirksam sind. Hier kommen Ihr ISMS, Ihre Sicherheitswerkzeuge und Ihr Governance-Modell zusammen. Die meisten Unternehmen und Anbieter konzentrieren sich auf diesen Bereich.
Externer Nachweis — der Beleg, dass die Lieferanten, SaaS-Plattformen, Infrastrukturanbieter und Drittparteien, die in Ihre Umgebung eingebunden sind, einen vergleichbaren Standard erfüllen. Das ist der Teil, mit dem Organisationen kämpfen, denn er erfordert kontinuierliche Nachweise über Systeme, die man nicht selbst kontrolliert.
Jahrelang ging die Branche davon aus, dass interne Nachweise ausreichend seien. NIS2 bricht mit dieser Annahme. Ein Unternehmen kann ein einwandfreies ISMS haben, jedes Audit bestehen und dennoch an der Richtlinie scheitern, wenn das umgebende Ökosystem nicht als sicher, überwacht und verlässlich nachgewiesen werden kann.
Deshalb erwartet NIS2 implizit zwei Dinge gleichzeitig:
- ein strukturiertes internes ISMS, und
- einen zuverlässigen, transparenten Weg, die Sicherheitslage Ihrer externen Abhängigkeiten darzustellen.
Heute befinden sich diese beiden Ebenen in unterschiedlichen Tools, werden von verschiedenen Teams verantwortet, in unterschiedlichen Formaten dokumentiert und nie als eine zusammenhängende Gesamtdarstellung präsentiert. Das Ergebnis ist ein fragmentiertes Bild, das weder Regulierungsbehörden noch Kunden zufriedenstellt.
Die Chance, die sich bietet, ist die Vereinigung beider Nachweise in einer einzigen, kontinuierlich aktualisierten Nachweisebene: interne Kontrollen und Lieferketten-Zusicherungen, gemeinsam dargestellt, ohne die übliche PDF-Flut oder Audit-Inszenierung.
Wann brauchen Sie ein ISMS für NIS2?
Wenn Sie beweisen müssen, dass Ihr internes Haus in Ordnung ist. Die meisten Beratungsunternehmen, Compliance-Tools und Audit-Anbieter leisten hier gute Arbeit. Sie unterstützen ISO 27001. Sie führen Readiness-Programme durch. Sie helfen Ihnen, Ihre internen Richtlinien, Kontrollen und Nachweise zu strukturieren.
Wann brauchen Sie ein Trust Center für NIS2?
Wenn Sie beweisen müssen, dass die Welt um Sie herum in Ordnung ist. NIS2 führt eine verpflichtende, risikobasierte Erwartung an die Lieferantenbewertung ein, die SaaS-Tools, Infrastrukturanbieter, Berater und jede externe Abhängigkeit in Ihrer Umgebung umfasst. Und genau diesen Teil bedient die Branche konsequent unzureichend. Die meisten Unternehmen verfügen über starke interne Kontrollen, haben aber nahezu keinen systematischen Weg, die Sicherheit des Ökosystems nachzuweisen, auf das sie sich stützen.
Ein Trust Center löst ein anderes Problem als ein ISMS:
- Ein ISMS steuert Ihre interne Sicherheitslage.
- Ein Trust Center kommuniziert diese Lage nach außen.
- Lieferantenmanagement ergänzt die kontinuierliche Nachweisebene, die NIS2 implizit verlangt.
Diese als getrennte Arbeitsabläufe zu behandeln, ist genau der Grund, warum Organisationen scheitern. Man erhält Dokumente, aber keine Nachweise. Man erhält Momentaufnahmen, aber keine kontinuierliche Transparenz.
Warum beides vereinen?
Wenn Sie interne ISMS-Nachweise mit Lieferantenbewertungsdaten verbinden und beides live in einem Trust Center darstellen, erhalten Sie etwas, das es auf dem Markt derzeit nicht gibt: eine kontinuierlich aktualisierte, maschinenlesbare Darstellung Ihrer tatsächlichen Sicherheitslage über interne Kontrollen und Ihre Lieferkette hinweg.
Das ist das Maß an Transparenz, das NIS2 voraussetzt, das aber aktuelle Tools, Audits und Portale nicht liefern können. Die Innovation liegt hier nicht in einer neuen Funktion. Sie liegt in der Aufhebung der Grenzen zwischen interner Governance, externen Abhängigkeiten und externer Berichterstattung.
Statische PDFs verschwinden. Kontinuierliche Nachweise werden zum Standard.